Das Wissen verlässt das Haus – und die meisten Unternehmen sehen es nicht
Von ausscheidenden Ingenieuren bis hin zu einer hohen Fluktuation in den Support-Teams – überall kämpfen Unternehmen mit dem Verlust von wichtigem Fachwissen. Und während viele die Notwendigkeit erkennen, Wissen zu „erfassen“, sind sich nur wenige des wahren Umfangs dessen bewusst, was verloren geht – oder der versteckten Kosten, die damit verbunden sind.
Beim Verlust von verborgenem Wissen geht es nicht nur um den Verlust von Unterlagen. Es geht um die Erosion der Entscheidungsgeschwindigkeit, die Effektivität der Einarbeitung, die Innovationsgeschwindigkeit und die Produktivität der Mitarbeiter. Und es wird immer schneller.
Es sind nicht nur die Pensionen – es ist die Komplexität
Die Systeme, mit denen wir arbeiten, sind fortschrittlicher, automatisierter und integrierter als je zuvor – aber diese Komplexität hat ihren Preis:
- Mehr Ausnahmen zu behandeln
- Mehr Daten zu interpretieren
- Mehr Werkzeuge und getrennte Plattformen
Jede neue Komplexitätsebene erfordert mehr kontextbezogenes Wissen – nicht nur statische Dokumentation, sondern die Lösung von Problemen in realen Szenarien. Wenn dieses Know-how nicht mehr vorhanden ist, steigen die Kosten für Fehler, Nacharbeit und langsame Lösungen schnell an.
Die Zahlen sind atemberaubend

Dokumentation ist nicht genug (und jeder weiß es)
Die Unternehmen haben darauf reagiert und in Wikis, Schulungsbibliotheken und KI-gestützte Suchwerkzeuge investiert. Doch die Ergebnisse sind oft mager:
„Wir haben eine zentrale Wissensdatenbank aufgebaut, aber niemand nutzt sie.“
„Wir nehmen die Trainingseinheiten auf – aber sie liegen in Ordnern, die niemand öffnet“.
„Wir haben einen Chatbot gekauft. Er beantwortet häufig gestellte Fragen, aber er löst keine Probleme.“
Das Problem ist nicht der Zugang. Es ist eine Aktivierung. Wenn Wissen nicht in Arbeitsabläufe eingebettet ist, regelmäßig aktualisiert und nutzbar gemacht wird, wird es ignoriert.
Hohe Fluktuation, zeitlich befristete Teams und versteckte Kosten
Die Arbeitskräfte von heute sind in Bewegung. Funktionsübergreifend, projektbezogen und oft gemischt. Die Kontinuität des Wissens folgt jedoch nicht dieser Flexibilität:
- Onboarding dauert länger
- Supportanfragen eskalieren unnötig
- Mitarbeiter verlassen sich auf Kollegen – nicht auf Systeme – um Antworten zu erhalten
Und hier sind die versteckten Kosten:
Leitende Ingenieure verbringen bis zu 40 % ihrer Zeit mit interner Koordination, Wissenstransfer und sich wiederholenden Fragen. Das ist Zeit, die nicht für Innovation, komplexe Problemlösungen oder strategische Arbeit verwendet wird. Und die meisten Unternehmen verfolgen sie nicht.
„Diese stillen Produktivitätsverluste werden oft fälschlicherweise als „normaler Geschäftsbetrieb“ angesehen – sie sind jedoch Anzeichen einer fehlgeschlagenen Wissensstrategie.“
Die versteckten Kosten der Untätigkeit
Wenn Wissen nicht gespeichert oder effizient angewendet wird, sind die Auswirkungen überall zu spüren:
- Betriebskosten: Stunden, die durch wiederholte Nachfragen und Nacharbeit verloren gehen.
- Zeit bis zur Lösung: Der Service verlangsamt sich, die Tickets stapeln sich.
- Innovationsgeschwindigkeit: Experten bleiben bei der Lösung alter Probleme stecken, anstatt innovativ zu sein.
- Verzögerungen bei der Einarbeitung: Neu eingestellte Mitarbeiter brauchen Monate, um ihre volle Produktivität zu erreichen.
- Langsame Entscheidungsfindung: Stammeswissen behindert wichtige Entscheidungen.
Und es wird immer schlimmer, da die Systeme immer komplexer werden und es immer schwieriger wird, Talente zu halten.
Aber wir haben bereits in Werkzeuge investiert… Warum funktioniert es nicht?
Unternehmen investieren viel Geld in Tools – aber viele sehen immer noch nicht das erwartete Ergebnis. Hier ist der Grund dafür:
„Wir stehen am Anfang einer Entwicklung von wissensbasierten, KI-gestützten Werkzeugen – z. B. Chatbots, die Fragen beantworten und Inhalte generieren – hin zu KI-gestützten ‚Agenten‘, die Basismodelle verwenden, um komplexe, mehrstufige Arbeitsabläufe in einer digitalen Welt auszuführen. Kurz gesagt, die Technologie bewegt sich vom Denken zum Handeln“.
Was Unternehmen wirklich brauchen: Aktiviertes Wissen
Die nächste Herausforderung besteht nicht darin, Wissen zu speichern, sondern es einzubetten, zu aktualisieren und in automatische Unterstützung umzuwandeln.
Dies ist der Übergang von der Archivierung von Wissen zur Aktivierung von Wissen.
Schlussfolgerung: Das Problem ist größer, als Sie denken
Wissensverlust ist nicht länger ein passives HR-Problem. Es handelt sich um ein strategisches Betriebsrisiko, das sich auf Leistung, Kosten und langfristige Wettbewerbsfähigkeit auswirkt.
Die Kombination aus Fachkräftemangel, steigender Komplexität und statischen Wissenswerkzeugen führt zu einem perfekten Sturm. Und Unternehmen, die ihren Ansatz nicht weiterentwickeln, fallen zurück.
📌 Der nächste Artikel dieser Reihe wird sich mit der Frage befassen, wie die Ausführungslücke geschlossen werden kann:
„AI Workforce Augmentation – Von KI-Assistenten zu intelligenter Ausführung“
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